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Aktiv mit DSP

Hypex FusionAmp: Verstärker, DSP und Netzteil auf einer Platte

· 7 Min. Lesezeit

Die niederländische Firma Hypex ist für ihre Class-D-Verstärker bekannt, die in vielen kommerziellen Aktivlautsprechern ebenso stecken wie in Hi-Fi-Verstärkern. Für Selbstbauer bietet sie die Serie FusionAmp: fertige Module, die alles, was ein Aktivlautsprecher braucht, auf einer Montageplatte vereinen.

Was auf der Platte sitzt

  • Ein Verstärker mit einem, zwei oder drei Kanälen, einer für jedes Chassis.
  • Ein digitaler Signalprozessor (DSP), der Frequenzweiche, Entzerrung, Verzögerung und Chassisschutz übernimmt.
  • Ein Schaltnetzteil mit direktem Netzanschluss, sodass kein Ringkerntransformator nötig ist.
  • Eingänge und Bedienung auf der Platte: analoge XLR- und Cinch-Eingänge, USB zum Programmieren und eine Netzbuchse mit Schalter.

Die Platte wird in einen Ausschnitt in der Rückwand geschraubt, und die Aluminiumplatte dient zugleich als Kühlkörper. So wird der Lautsprecher zum aktiven Monitor: Du schließt Strom und das Signal vom Vorverstärker, DAC oder Streamer an.

Die Module im Überblick

Loudsmith kennt acht Module. Der Name verrät Leistung und Kanalzahl: FA122 bedeutet etwa 125 W und 2 Kanäle, FA253 zwei Kanäle mit je 250 W und einen dritten mit 100 W.

ModulKanäleLeistung pro Kanal (4 Ω)Montageplatte
FA1222125 W120 × 315 mm
FA1233125 + 125 + 100 W120 × 360 mm
FA2511250 W120 × 280 mm
FA2522250 W135 × 315 mm
FA2533250 + 250 + 100 W135 × 360 mm
FA5011500 W135 × 280 mm
FA5022500 W150 × 381 mm
FA5033500 + 500 + 100 W150 × 420 mm

Die Auswahlregel ist einfach. Eine Zwei-Wege-Box braucht zwei Kanäle, eine Drei-Wege-Box drei. Einkanalige Module eignen sich für Subwoofer. Die Leistung wählst du nach dem Tieftöner und der gewünschten Lautstärke. Der Hochtöner kommt mit deutlich weniger Leistung aus, deshalb hat der dritte Kanal der dreikanaligen Module nur 100 W.

Warum es sich lohnt

Die wichtigsten Vorteile der aktiven Trennung findest du im Artikel Passive oder aktive Frequenzweiche. Beim FusionAmp kommen praktische Punkte hinzu:

  • Die gesamte passive Weiche entfällt. Bei einer Drei-Wege-Box sind das meist zehn bis zwanzig Bauteile, darunter teure Spulen mit niedrigem Widerstand.
  • Du brauchst keinen separaten Verstärker. Der Preis des Moduls kommt also nicht obendrauf, es ersetzt Verstärker und Weiche.
  • Das Ergebnis ist reproduzierbar. Die Einstellung ist eine Datei. Die zweite Box klingt genauso wie die erste, und in einem Jahr kannst du eine verbesserte Version aufspielen.
  • Abstimmung auf den Raum. Du speicherst mehrere Einstellungen als Presets und schaltest zwischen ihnen um.

Worauf du achten solltest

  • Die Rückwand muss groß genug sein. Die Montageplatte ist 280 bis 420 mm hoch. Ein kleiner Regallautsprecher bietet dafür keinen Platz, und das Modul muss in einen Sockel oder ein separates Gehäuse, von dem ein Kabel zu den Chassis führt.
  • Das Modul darf nicht ohne Abtrennung im Luftvolumen der Box sitzen. Ausschnitt und Elektronik brauchen eine luftdichte Kammer, sonst ist das Gehäuse undicht und sein Volumen schrumpft. Die Kammer belegt einige Liter, die hinzugerechnet werden müssen.
  • Die Rückwand ist belegt. Reflexrohr oder Passivmembran müssen nach vorn oder an die Seite.
  • Programmierung. Die Filter werden per USB mit der Software Hypex Filter Design für Windows aufgespielt. Ohne Messung der Chassis ist die Einstellung nur eine Schätzung, genau wie bei einer passiven Weiche.

Wie Loudsmith beim Hypex hilft

Wenn du im Schritt Frequenzweiche den Aktivmodus einschaltest, führt die App Folgendes aus:

  1. Sie wählt das Modul nach Anzahl der Wege und Leistung und zeigt seinen Preis,
  2. entwirft für jeden Kanal die Filter (Linkwitz-Riley LR2, LR4 und LR8 oder Butterworth), Verzögerung, Pegel und Polarität,
  3. ergänzt eine Baffle-Step-Korrektur und eine Entzerrung für einen ausgewogenen Frequenzgang,
  4. prüft, ob das Modul auf die Rückwand passt. Wenn nicht, weist sie darauf hin, welche Höhe das Gehäuse bräuchte, oder bietet eine Unterbringung außerhalb des Gehäuses an,
  5. rechnet das Volumen der luftdichten Kammer hinzu, nimmt ihre Platten in die Zuschnittliste auf und versetzt die Passivmembran an die Seite,
  6. erzeugt FIR-Dateien zum Aufspielen auf den Verstärker (93.750 Hz) sowie eine Liste der Einstellungen und gibt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Aufspielen aus.

In der 3D-Vorschau siehst du das Modul auf der Rückwand mit einem Foto der echten Platte und kannst so prüfen, wie die Box von hinten aussehen wird.

Hypex FusionAmp: Verstärker, DSP und Netzteil auf einer Platte

Die Modulpreise übernimmt die App aus dem Katalog von SoundImports. Kaufst du das Modul anderswo, kannst du einen eigenen Preis eingeben, und das Budget wird neu berechnet.